Ziele

Unsere Vereinsidee ist, das Haus zu erhalten um einerseits modellhaft zu zeigen, dass der Betrieb eines bürgernahen Stadtteilzentrums möglich ist ohne Bürokratie und ohne öffentliche Geldgeber. Andererseits möchten wir auch Gruppen Raum geben, die unter erschwerten Bedingungen Mietraum suchen.

Wir wollen bewegen, nicht bewahren. Das Werkhaus ist eine Art Zukunftswerkstatt in der gemeinsam daran gearbeitet wird eine humanere Zukunft zu realisieren.

Unseren Mitgliedern ermöglichen wir durch humane Mietkonditionen vielfältige Veranstaltungen in unserem rauchfreien Clubcafé Wildwuchs. Für private Feiern stellen wir die Räumlichkeiten auch gerne zur Verfügung. Unsere  Veranstaltungen (Theater, Konzerte, Diskussionen, Ausstellungen, Flohmarkt) bereichern Neuhausens Kulturlandschaft.

Bei uns sind jederzeit Menschen willkommen, die tatkräftig, kreativ und beständig – und sei es für eine begrenzte Zeit – im Alltag des Hauses mittun.

Geschichte

Die „WERKHAUS human-kreative Gemeinschaft e.V.“ wurde 1979 gegründet.
1982 hat der Verein das Haus an der Leonrodstr. 19 gekauft und damit vor dem Abbruch gerettet. In den Jahren danach haben Vereins-Aktive viel Zeit und Kraft investiert, um das Haus mit seiner Nutzfläche von 800 qm zu sanieren.

Aufzeichnung des Flickschneiders Daniel:

Der Konkurs einer Druckerei in der Leonrodstraße 19 mit Verwaltungsgebäude und rückwärtig gelegener Werkhalle hatte zur Folge, dass das Anwesen 1976 in das Eigentum der Bayerischen Landesbank überging.

Da zu dieser Zeit noch keine Verwertungszwecke festgelegt waren, stand das Haus leer. Der ehemalige Geschäftsführer der Druckerei konnte daher mit der Bank eine Zwischennutzung vereinbaren und schloss Untermietverträge für die vier Etagen des 800qm umfassenden Haupthauses als Atelierflächen für Kunst- und Kleinhandwerker ab. Mit dem Einzug eines Flickschneiders, einer Porzellanmalerei, einer Töpferei, Weberei und Buchbinderei sowie einer Druckerei und Schreinerei entwickelte sich eine Ansammlung von Gewerken, die mit ihrem Angebot das Haus belebten und auch über die Durchführung von Kursen weiteres Publikum anzogen. Bis 1978 enstanden zudem der Naturkostladen ,,Tantra“, eine biologische Vollkorn­-Bäckerei, eine Teestube und eine Lebensmittel-Cooperative. Das Nichtrauchercafé “Wildwuchs” mit Gartennutzung im hinteren Gebäudetrakt befand sich in Planung.

Das war ganz im Sinne des Initators, dem von Anfang an die offene Entwicklung der Hausnutzer zu einer “ehrlichen, humanen, von gesellschaftlichen Zwängen möglichst unabhängigen, stabilen Gemeinschaft” vorschwebte, “die uns erlaubt, in den Gruppen persönliche und gemeinsame Möglichkeiten zu entwickeln und zu verwirklichen. […] Unser Weg ist die Verbesserung menschlicher Beziehungen, handwerkliches Lernen zur eigenen Herstellung und Instandsetzung unserer Gebrauchsgüter, die Stärkung der eigenen Persönlichkeit zur Selbstverantwortung und individuellen Freiheit sowie die Erhaltung unserer Erde nach einer natürlichen Lebensweise.”

Ende 1978 lief der mir der Bank abgeschlossene Mietvertrag ab. Diese wollte das Haus zum Kauf anbieten und abreißen lassen. Um die Kaufoption wahrnehmen zu können, wurde Anfang 1979 der eingetragene Verein “Werkhaus. Human-kreative Gemeinschaft” gegründet, dessen zirka 60 Mitglieder mit verschiedenen Modellen einer finanziellen Unterstützung des Hauserwerbs warben (Mitgliedschaften, Miete, Spenden, Bürgschaften, zinslose Darlehen). 1980 zog die Bank das Verkaufsangebot zurück und beabsichtigte, das Grundstück zusammen mit einem benachbarten Areal neu zu bebauen und somit alle dort befindlichen Gebäude abzureißen. 1981 favorisierte sie den Verkauf beider Liegenschaften an einen meistbietenden Käufer.

Das selbstverwaltete Bürgerhaus mit den Arbeitsschwerpunkten Gesundheit – Ernährung – Umweltbewußtsein – Kreativität – Kultur – Musik und einem eigenen Kindergarten erhielt im Frühjahr 1982 einen günstigen Kredit in Höhe von 650.000,— DM von der Stadtsparkasse München und 200.000,— DM Eigenmittel den Zuschlag. Hintergrund dieses sicher nicht höchsten Aufgebotes war die Vermittlung durch Oberbürgermeister Erich Kiesel (CSU), der in der Beteiligung der Stadtsparkasse eine günstige Gelegenheit sah, das im Wahlkampf abgegebene Versprechen zu einem Bürgerzentrum für Neuhausen einzulösen, ohne Investitionen tätigen zu und Nachfolgekosten aufwenden zu müssen.

 

Ökologie


Dem großen Engagement der Mitglieder ist es zu verdanken, dass wir mit der Anschaffung unseres Block-Kraft–Heizwerks „Rosi“ einen Teil unseres energie- und umweltfreundlichen Konzepts umsetzen konnten.