Christians Rede zu Beginn:
Liebe BesucherInnen und MitgliederInnen, Freunde und Freundinnen des Werkhauses. Herzlich willkommen zu unserem Tag der offenen Tür, mit dem wir gleichzeitig unser 40 Jähriges Vereinsjubiläum feiern. Willkommen auch Anna Seliger und Willi Wermelt vom BA9 Neuhausen der Stadt München. Wir haben dieses Jahr für diese Veranstaltung einen Zuschuss beantragt und ihn auch bekommen. Vielen Dank.

Das Jahr 1979 wird im Rückblick als Zeitenwende betrachtet. Der technische Fortschritt hat seine Unschuld verloren, das erste große Flüchtlingsdrama, sorgte für weltweite Aufmerksamkeit. Die Umweltbewegung tritt aus dem Schatten der Gesellschaft.
Hier ein paar Beispiele für die Umwälzungen auf der ganzen Welt und in Deutschland:
Este Weltklimakonferenz in Genf
Erster Supergau eines KKW in Harrison
Margret Thatcher wird als erste Frau Primieministerin
Die Borinsel Ixtox 1 explodiert im Golf von Mexiko, erste große Ölkatastrophe
Boat People im südchinesischem Meer
Den Grünen gelingt zum ersten mal der Sprung in ein Länderparlament (Bremen)
Mutter Theresa bekommt den Friedensnobelpreis

Der Werkhausverein wurde gegründet und es wurde begonnen ein selbst verwaltetes Stadtteilzentrum aufzubauen.
Nachdem die ersten Werkstätten und Projekte aus der Gründerzeit das Werkhaus verlassen haben, um sich zu vergrößern und weiter wachsen zu können, machte sich unser Mitglied Ludwig Zaccaro vor genau 20 Jahren, mit einem Brief an die Mitglieder, große sorgen, dass das Werkhaus in einen Dornröschenschlaf gefallen ist. Wie man heute sieht, braucht er sich keine Sorgen mehr zu machen.
– Die Räume des Werkhauses wurden in den letzten 10 Jahren renoviert, das Kursprogramm erneuert und vielfältiger gestaltet.
– Die Mitgliederzahl hat sich in dieser Zeit verdreifacht
– 150 – 200 Veranstaltungen im Jahr (Kultur, Theater, Lesung, Musik und Feste von Mitgliedern) macht das Haus zu einem lebendigen Ort der Begegnung
– 13 laufende Projekte
– 37 Kursleiter mit über 50 regelmäßige Kursen im Angebot, hinzu kommen noch Workshops und Einzelveranstaltungen

Aus dem Anfangsjahren des Vereins gibt es im Vorderhaus eine Ausstellung mit Bildern. Zu diesen wird uns nun Peter Wächter ihre Geschichte erzählen. Anschließen wird uns Herr Köhler aus den Anfangsjahren des Hauses (1890) in der Leonrodstr. 19 berichten.

Auszug aus dem Vortrag von Herrn Köhler, Geschichtswerksatt Neuhausen:
Ab 1906 hieß unsere Straße Leonrodstr. Namensgeber war die Adelsfamilie von Leonrod, es gab drei bekannte Söhne die dafür in Frage kamen. (General, Geistlicher und Jurist). ein Enkel war Mitglied in der Widerstandsgruppe um Graf Staufenberg.
Ursprünglich gingen die Hausnummern nur bis Nummer 8 und weiter ging es dann mit Buchstaben. Wir waren die 8e.
Wir zeigen ein Foto aus dem Jahre 1910, gebaut wurde das Haus 1890. von Anfang an gab es eine Gaststatte “Zum Gärtnerheim”. Der Wirt hat oft gewechselt. 1910 gab es schon den neunten Wirt. Die Bebauung, der Leonrodstr. begann am Rotkreutzplatz. Erweitert konnte die Bebauung werden, nachdem die Bahnlinie nach Landshut (auf der Landshuter Allee) verlegt wurde. 1930 wurde die Gaststätte auf den Namen Restaurant Frei umgetauft. Im Frühjahr 1933 wurde ein Waffenlager der SA im Haus gefunden.

Anschließend trugen uns Annette und Anna Lena Yngborn noch Anekdoten in der Reimform eines Gstanzl vor. Im Refrain haben alle Mitgesungen.